Gemeinde Groß Molzahn

1989 Die Wende Drucken E-Mail

Das Jahr 1989 brachte auch für Groß Molzahn einschneidende Veränderungen: Mit der Öffnung der Grenzen brauchte auch niemand mehr einen Passierschein, um die "Grenzstraße" in Richtung Gadebusch zu benutzen oder in einen der Nachbarorte wie Utecht oder Schlagsdorf zu gelangen. Nun aber wurde aus der stillen Grenzstraße zunächst ein langer Warteplatz für alle, die hier nach Mustin und weiter nach Ratzeburg wollten – dort war der erste Übergang auch für Autos geschaffen worden. Aber auch dieser Ansturm normaliserte sich bald, nicht zuletzt, weil auch in Schlagbrügge ein Durchgang geschaffen wurde, der später auch zur Straße ausgebaut wurde. Plötzlich lag Groß Molzahn nicht mehr am Rand, sondern mitten in Norddeutschland. Die neue Situation brachte aber nicht nur Vorteile für die Region und das Dorf: So schlossen die kleine Kindertagesstätte, die Poststelle und auch der Konsum im Dorf. Viele Einwohner mussten sich nach einer neuen Arbeit umsehen, weil sie entlassen wurden oder aber die bisherige Arbeitsstätte schlichtweg aufgelöst worden war. Das Gebäude in der Thurower Straße, das eigentlich als Neubau für eine Kindertagesstätte geplant war, wurde schließlich verkauft. Da die Gemeinde kaum eigene Mittel hatte, wurde auch das ehemalige Gutshaus verkauft, welches dann in den Jahren 1994 - 1996 von seinen neuen Besitzern saniert wurde.